Wai Kruh/ Ram Muay


Das, was dem Thai-Boxen ein besonderes Kennzeichen und einen eigenen Reiz gibt, ist die Musik, die während des ganzen Wettkampfes läuft sowie das traditionelle Ritual, das von den Boxkämpfern vor dem Beginn des Kampfes ausgeführt wird. Ein Orchester, bestehend aus Trommeln, Zimbalen und Jawa-Flöten, begleitet rhythmisch das Kampftempo. Es ist selbstverständlich, daß jeder Musiker ein guter Kenner des thailändischen Boxens sein muß.
Das Ritual vor dem Kampf beginnt nach alter Sitte zuerst mit dem Wai Kruh. Beim Wai Kruh kniet der Muay-Thai Boxer im Ring nieder und macht drei Verbeugungen, durch die er seinem Trainer , seiner Familie und dem Publikum Respekt zeigt. Anschließend folgt der Ram Muay. Das ist eine Serie von verlangsamten Bewegungen, die einem Tanz ähneln, eigentlich aber Bewegungen aus dem thailändischen Boxen symbolisieren. Der Ram Muay ist eine Art Meditation und hilft den Kämpfern sich auf den bevorstehenden Kampf zu konzentrieren und ihre Angst und Nervosität zu verlieren.

Das ganze Ritual kann einige Minuten andauern, und ein guter Kenner des thailändischen Boxens kann nach den Bewegungen erkennen, welcher Schule der Boxer angehört. Nachdem jeder Kämpfer sein Ritual beendet hat, gehen sie in entgegengesetzte Ringecken, wo ihnen die letzten Anweisungen ihrer Trainer und Sekundanten erteilt werden. Dann wartet man auf den Gongschlag.