Der Wettkampf im Muay-Thai

Sowohl im Amateur- als auch im Profi Muay-Thai gibt es nur Vollkontaktwettkämpfe. Das heisst, die Techniken dürfen mit vollem Kontakt also mit voller Kraft ausgeführt werden. Sogenannte „Semikontakt“- Turniere, wie sie manchmal im Kickboxen veranstaltet werden, gibt es im Muay-Thai nicht. Im Muay-Thai wird Weltweit nach den selben Wettkampfregeln gekämpft, was von Thailand streng überwacht und kontrolliert wird. (Auch in Europa sind sowohl bei den Muay-Thai-Profis als auch bei den Muay-Thai-Amateuren auch Knie und Ellenbogenschläge zum Kopf erlaubt!).

Nach dem offiziellen Regelwerk im Muay-Thai sind alle Boxtechniken, Handrückenschläge, Tritttechniken, Ellenbogen- und Knietechniken erlaubt. Sämtliche Techniken dürfen zum Kopf, Körper und zu den Beinen ausgeführt werden. Man darf auch das Bein des Gegners festhalten. Selbst im Clinch, wo in anderen Kampfsportarten der Kampfrichter dazwischen geht und unterbricht, wird im Muay-Thai nicht unterbrochen, sondern weitergekämpft. Sogar bestimmte Wurftechniken aus Clinchsituationen sind erlaubt.

Im Muay-Thai, welches nicht nur der älteste, sondern auch der härteste asiatische Kampfsport ist, wird Vollkontakt bis zum K.O. gekämpft. Trotzdem steht beim Muay-Thai Fairness im Vordergrund, das heisst Disziplin und Respekt vor Trainer und Gegner sind Voraussetzungen für jeden Thai-Boxer! Dies zeigt jeder Muay-Thai Kämpfer schon vor dem Kampf durch den Wai-Kruh, dem traditionellen Vorkampfritual, das vor jedem Kampf ausgeführt wird.

Wie im klassischen Boxen müssen die Anfänger im Muay-Thai erst einmal eine Amateurlaufbahn durchlaufen, um später eine Lizenz als Profi zu erhalten. Die Muay-Thai Amateure kämpfen in einer kompletten Schutzausrüstung, welche aus Boxhandschuhen, Kopfschutz, Schutzweste, Mundschutz, Tiefschutz, Ellbogenschutz, und Schienbeinschützer besteht. Es handelt sich hierbei um eine leichte Schutzausrüstung, welche die Bewegungsfreiheit der Kämpfer und Kämpferinnen nicht beeinträchtigt.


Trotz des Einsatzes von Ellbogen- und Knietechniken zum Kopf, gibt es im Amateur-Muay Thai meist keine grössere Verletzungen, was sicherlich auch auf die gute Schutzausrüstung zurückzuführen ist. In Thailand wird das Amateur Muay-Thai geschützt und subventioniert durch das Standing Committee on Sports (gehört zum thailändischen Parlament), welches die höchste Sportinstanz in Thailand ist. Alle 2 Jahre findet in Thailands grösstem Stadion, dem National Stadium Bangkok, die offizielle Weltmeisterschaft im Amateur Muay-Thai statt.

Ein grosser Vorteil beim Amateur-Thai-Boxen liegt darin, dass auf Grund der Schutzausrüstung die Kämpfer viel öfters an Wettkämpfen teilnehmen können, als beim Profi-Thai-Boxen, da die Regenerationszeit zwischen den Kämpfen viel kürzer ist. Dadurch können die Kämpfer extrem viel Kampferfahrung sammeln, was das Niveau der Kämpfe enorm in die Höhe schraubt. Trotz der Schutzausrüstung ist das Kämpfen auf Amateur-Turnieren sehr hart, da die Amateure auf einem Turnier meist mehrere Kämpfe absolvieren müssen. Die Wettkampfregeln des Amateur Muay-Thai sind dieselben wie im Profi Muay-Thai. Der Unterschied liegt nur in der besseren Schutzausrüstung der Amateure.

Nachdem der Kämpfer seine Laufbahn als Amateur durchlaufen hat, kann er sich im Profilager etablieren. Im Profi Muay-Thai fallen dann der Kopfschutz, Schutzweste, Ellenbogenschützer und die Schienbeinschützer der kompletten Schutzausrüstung weg. Zu den offiziell zugelassenen Boxhandschuhen trägt der Kämpfer nur Mundschutz und Tiefschutz. In manchen Ländern Europas dürfen Ellbogenschützer bei Profikämpfen getragen werden, was von Thailand akzeptiert wird.

Um eine Profikarriere starten zu können, setzen sich die Sportler einem extrem harten Training und einem sehr diszipliniertem Leben aus. Gute Muay-Thai Profis können heutzutage in Thailand sehr viel Geld verdienen. In Bangkok finden täglich Profiwettkämpfe statt, die auch vom Fernsehen übertragen werden, was von der grossen Popularität des Muay-Thai in Thailand zeugt.